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ist hierzulande eine verhätschelte heilige Kuh, aber millionen-teuer in ihrer Haltung. Um die Pflege dieses Kultes kümmern sich berufsmässige Schützer und weil sie dafür ordentlich entlohnt werden, schützen sie uns auch wie verrückt. Ständig bemüht, ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen und sich in unser Gedächtnis zu rufen.
Jede neu installierte Überwachungskamera auf dem Bahnhof oder dem Marktplatz wird in das tägliche Protestbulletin einbezogen. Die Intimschützer geilen sich in unser aller Namen auf, weil die Kamera verrät, wer auf diesem Bahnhof ankommt oder verreisen möchte und wer über den Marktplatz schlendert. Das muss eines jeden Geheimnis bleiben, niemand darf das wissen! Persönlichkeitsrecht!
Wenn bei Amy Winehouse, nur z. B., ganz vorwitzig ein Moppel aus dem Mieder hüpft, da bricht ein Blitzlichtgewitter los, dass das Teil davon einen Sonnenbrand bekommt. Auf allen nächsten Ausgaben der yellow press prangt die Peinlichkeit dann auf der Titelseite. Wenn der verheirateter Prinz von Lauemburg-Schippe, nur z.B., im Pool eine bisher unbekannte Schöne etwas lieb hat, dann klicken bei einem Dutzend getarnt agierender Paparazzi die langrohrigen Kameras. Am nächsten Tag erscheint das Bild nebst Vor- und Zunamen der Dame in sämtlichen einschlägig orientierten Zeitungen und im TV. Die Abgeschossenen dürfen sich danach ehemässig neu orientieren. Überwachungskameras sind geächtet, die Teleobjektive der Paparazzis sehr erwünscht. Ein merkwürdig gehändelter Persönlichkeitsschutz!
Andererseits ernten unsere bezahlten Intimsphärenbewahrer von einer gewissen Klientel für ihr Tun auch anerkennende Beifallsstürme. Wer mit einem gut gefüllten Köfferchen aus Krokoleder gerade zum Schweizer Bankverein unterwegs ist, der winkt nicht gerade freudig erregt in eine Überwachungskamera. Auch sieht es der Clevere nicht so gern, wenn sich die Steuerfahndung die Einfädelung dieses Deals in seinem Computer mal näher besieht. Höchste Politiker, Wirtschaftsbosse und übelste Ganoven sitzen diesbezüglich im gleichen Boot mit Panzerblenden vor den Bullaugen. Verständlich, dass besonders der Partei der Besserverdiener jegliche Überwachung suspekt ist und natürlich auch der PDS. Deren Altkader mögen weder einen Blick in die Gegenwart und schon gar nicht in ihre Vergangenheit, haben sie daselbst innerhalb ihrer errichteten Umzäunung selbstherrlich jedem X-beliebigen in sämtliche Körperöffnungen und -Nischen geleuchtet. Heute würden diese Berufshumanisten sich am liebsten die Erfindung des Persönlichkeitsschutzes und der Intimsphäre patentieren lassen.
Ich habe im Sommer mit meinem Besuch aus Bayern gewettet, dass er nach einer Woche in Rostock und Umgebung keine Aussage über die Beinbekleidung der hier tätigen Polizistinnen und Polizisten treffen könne. Die Wette habe ich gewonnen. Die Beamten wurden nur ab Brusthöhe im Dienstwagen gesehen und das auch recht selten. (Nur Fussballspiele und Politikerbesuche ändern diesen Aggregatzustand!) Wenn ich schon nicht präventiv ausreichend geschützt werde, dann kann ich doch nur befürworten, dass wenigstens im Nachhinein durch Kameraaufzeichnung Missetäter gefangen werden. Ich kann den Intimfetischisten nur empfehlen, sich im Bahnhofstunnel in kuscheliger Intimsphäre, wo sie die Installation von Kameras vehement ablehnten, sich vor der Abgabe ihrer Brieftasche ein ordentlich blaues Auge abzuholen. Das ändert in dieser Angelegenheit dann sicher sehr wirksam die Sichtweise!
(Der völlig aus dem Ruder gelaufenen Bespitzelung bei LIDL, der DB oder Telekom will ich in diesem Zusammenhang natürlich keinesfalls eine Lanze brechen. Die dort abgelaufenen Massnahmen dienen nicht der öffentlichen Sicherheit, sondern nur einem krankhaften marktwirtschaftlichen Denken in deren Chefetage. Diese Methoden sind auch nur Stasiniveau!) Aber, auch im Erfassungsbereich vieler Kameras bleibt der Persönlichkeitsschutz dennoch weitgehend gewahrt. Satelliten können mit ihren Spionagekameras meine Autonummer erkenntlich machen. Während eines Vortrags in meinem Club wurde uns die Wirkungsweise äusserst leistungsstarker, robuster, see- und wetterfester Kameras zum Einsatz auf Passagier- und Handelsschiffen vorgestellt. Auf deren Aufnahmen sind auf der Gangway die Vergissmeinnicht-Blüten auf dem neuen Frühjahrshut der Freifrau von Brixen-Botox deutlichst zu erkennen. Auf den Kameraaufnahmen der Banken und Sparkassen ist nach einem Bankraub auch fünf Meter vor der Linse meistens nur von Spezialisten zu erkennen, ob der Gefilmte ein Mensch oder ein Bär ist. Beim Kamera-Stückpreis von 4,90 € bleibt auch die Intimsphäre der Ganoven gewahrt!
Jeder gelernte DDR-Bürger ist heute ganz glücklich über den Besitz seines SVK-Ausweises. Brisanteste gesammelte Daten auf einen Blick. Arbeitsverhältnisse, Krankheiten, medizinische Massnahmen u.a.m. Heute geheime Verschlusssache, jeder durfte damals Einsicht nehmen. Wir haben gut damit gelebt! Diese Intimgeheimnisse wären heute der blanke Horror für Trickser und Täuscher, die sich vierteljährlich hintereinander von drei verschiedenen Ärzten krankschreiben lassen. Aber wegen des Persönlichkeitsschutzes darf das der neue Arbeitgeber auf keinen Fall wissen, aber nach der Einstellung der ständig fehlenden Arbeitskraft heftig Krankengeld nach Hause schicken. Diese gehätschelte Intimsphäre schaufelt Milliarden aus dem Steueraufkommen!
Der neueste Schrei in dieser Angelegenheit sind die „Nacktscanner“ auf den Flughäfen. Der absolute Frontalangriff auf die Intimität! Aber wohl nur für die, die berufsmässig dagegen Front machen müssen und Verklemmte, die am Effi-Strand puterrot anlaufen würden und verschämt die Beine zusammen kneifen. Mir persönlich wäre es sympathischer, in Rarotonga mich vor einem Scanner aufzubauen, anstatt von einem übermotivierten Maori recht eingehend betatscht zu werden. Wenn der Indio vom Airport Cancun nun am Scanner herausfindet, dass ich nur mit einem kleinen Schniedelwutz bestückt bin, dann tangierte mich das nur, wenn er das an meine Frau verpetzt. Soviel Diskretion allerdings muss gewahrt bleiben! Nur unser oberster Datenschützer, Herr Peter Schaar, ist wohl ein ganz verklemmter Schamhafter! Der Datenschutzbeauftragte begründete seinen Widerstand gegen potentielle Körperscanner natürlich mit der Wahrung der Intimsphäre. So meinte er u.a., würde dieses Gerät auch einen künstlichen Darmausgang, eine Prothese, oder eine Binde wegen Inkontinenz anzeigen, oh wie peinlich! In einen leeren Druckverschlussbeutel des künstlichen Darmausgangs oder in ein ausgehöhltes Holzbein, (was beides streng geheim bleiben muss), passt allemal soviel Sprengstoff, dass nach Al-Qaida-Bedarf mal 300 Flugreisende vom Himmel fallen. Eins scheint mir sehr sicher, so ein diletantischer nigerianischer Milchreisbubi wie Umar Faruk, mit nur einem one-way-ticket ohne Gepäck wird nicht noch einmal auf DELTA-Air losgelassen. In den Ausbildungslagern rauchen die Köpfe der potentiellen Märtyrer. Der Nächste wird ein ausgebildeter Spezialist sein. Als Fanatiker der friedlichsten Religion der Welt, sitzt er nach Erledigung seines Auftrages als Märtyrer, liebkost von 73 Jungfrauen rechts von Allah. Die 300 ungläubigen Fluggäste allerdings nehmen nur ihre geschützten Persönlichkeitsrechte und die geheim gebliebene Hüftprothese mit ins Grab. Ich hoffe sehr, dass alle verfügbaren präventiven Kontrollmöglichkeiten - einschliesslich der Bodyscanner (!) - solch ein Horrorszenarium vermeiden werden!
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