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Google "Street View" - Teufelszeug Drucken

Ein Gastbeitrag vom Admin.

Seit einigen Tagen geistern erschreckende Nachrichten durch die Medien.
Ein Gespenst geht um in Deutschland. Das Gespenst heißt Google. Dieses Gespenst plant nun in den nächsten Tagen die Freischaltung seines Dienstes "Street View" in Deutschland.


Dafür gurkten seit Monaten die Google-Autos durch Deutschlands Straßen und fotografierten alles, dessen sie habhaft werden konnten. Generell werden Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht.
Google plant den Start vorerst für größere Städte. Aber bald kann sich jeder Bundesbürger alle öffentlichen Gebäude und Straßenzüge ansehen.
Den Dienst gibt es schon länger in USA, UK und vielen anderen Ländern. Kein Mensch regt sich dort darüber auf.
Es macht einen Heidenspaß über die Golden-Gate-Bridge zu fahren, Big-Ben zu betrachten oder die Niagarafälle zu besuchen.

Deutschland ist anders. Der emotional kontrollierte Germane denkt nach, angeführt von seiner gewählten Führungsspitze.
Die gesamte bundesdeutsche Politversagertruppe, ohne Ahnung und technikresistent wie sie ist, hat nun plötzlich Wind bekommen und reißt nun gemeinschaftlich alle verfügbaren Arme hoch. Das ist einzusehen. Man muß verstehen, daß unsere Volksvertreter nicht unbedingt erpicht darauf sind, ihr bescheidenes, steuerfinanziertes Domizil online der Welt zu präsentieren. Womöglich noch Wohnsitze am Tegernsee von äußerst schützenswerten Personen...

Nun muß dem verblödeten Durchschnittsbürger nur noch das Gespenst Google erläutert werden, dazu der immense Eingriff in die Privatsphäre, der den deutschen Datenschutz völlig infiltriert.
Das geht am besten in der Bild-Zeitung. Hat bis jetzt immer prima funktioniert.
"Bild" erläutert demzufolge haargenau, wie man gegen das Abbilden seines geliebten Hauses bei Google Widerspruch einlegen kann, selbst jeder Mieter eines 18-Etagen-Hochhauses hat dieses Recht. Prima. Datenschutz. Die Hausansicht wird dann verpixelt.
Hausbesitzer machen sich nun pausenlos ins Hemd. Jungs, das müßt Ihr nicht! Die Schufa, Creditreform und diverse Auskunfteien wissen über die bauliche Beschaffenheit Eures Wohneigentums auch ohne Google-Fotos bestens Bescheid.

Die Bild-Berichterstattung zeigt ihre erwünschte Wirkung und schlägt auf Deutschlands Stammtische durch. Leute, die gerade noch in der Lage sind, ein Bierglas festzuhalten, labern unsinniges Zeug. Einige dieser Typen, des Lesens und des Verstehens recht unkundig, glauben nun, daß Google den Globus in Echtzeit abfilmt und sie permanent ertappt werden, wenn sie den Puff an der Ecke besuchen.
Es fällt schwer, den Leuten zu verklickern, daß die Fotos bei Erscheinen schon Monate alt sind und sich der Alterungsprozess fortsetzen wird. Häuser werden zuweilen auch mal neu gestrichen, Anbauten vorgenommen, Gehwege neu gestaltet, Zäune gesetzt, auch wachsen Hecken und Bäume...
Dazu kommen weitere unsinnige Argumente: "Einbrecher können sich online super informieren...". "Personalchefs können bei einer Bewerbung sehen, wo Du wohnst...".
Wenn ein Personalchef, "Human Resource Manager" heißen diese Jungs ja heute, zu viel Zeit und zu wenig Ahnung hat und meine Eignung, Erfahrungen und Fähigkeiten für die Erfüllung meines zukünftigen Jobs auf meine Wohnlage reduziert, habe ich in so einer Firma nichts verloren.

Wie so oft im Leben sind die größten Schreihälse dann die PowerUser. "Wat'n Glück, mein Haus kann niemand sehen, hab sofort Widerspruch eingelegt..."
Aber, schauen wir mal kurz, wie unser Urlaubshotel in Spanien denn so aussieht und ob der Katalog mit "50 Meter bis zum Strand" nicht bescheißt.
Prima Dienst, dieses Google "Street View"... Super!

Mein Kumpel hat ein Häuschen in der Pampa, vor vielen Jahren gebaut. Dort kam eines Wochenendes die Google-Karre mit aufgepflanzter Kamera angegurkt. Der Meister war gerade beim Rasenmähen und hat geistesgegenwärtig freudig und sauber abgegrüßt. Er kann's kaum erwarten, sich und seine Hütte in "Street View" zu sehen!
In "Google Maps" erscheinen viele Grundstücke seines Dorfes, seit Jahren bebaut, immer noch als ein Stück Rasen...
Die Aktualität der Bilder wird bei "Street View" die nächsten Jahre nicht anders sein.

Ich freue mich auf "Street View"...

 

 


Die Sache wird noch spannend...

Nachtrag: http://www.n-tv.de/technik/Pixelbrei-in-Google-Street-View-article1960111.html